Gemeinsam Menschliches möglich machen!

 

 

Leitbild der Lebenshilfe Bernburg gemeinnützige GmbH

 

 

 

1.         Wer sind wir?

 

 

Die Lebenshilfe Bernburg gGmbH ist ein regional tätiges soziales Unternehmen, welches sich für die Rechte und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung einsetzt.

 

Seit unserer Gründung im Jahre 1996 unterstützen, fördern und begleiten wir Menschen mit einer geistigen, seelischen, körperlichen und mehrfachen Behinderung in verschiedensten Lebensphasen und -situationen und in ihrem Bestreben nach Selbstverwirklichung, Entwicklung und Lebensqualität.

 

Dieser Aufgabe stellen wir uns als Pädagogen, Psychologe, Sozialarbeiter, Therapeuten, Fachpersonal aus Handwerk und Dienstleistung, Wirtschafts- und Verwaltungskräfte sowie weitere hauptberufliche und ehrenamtliche Helfer.

 

 

2.         Was wollen wir?

 

 

Der Mensch als einzigartiges und ganzheitliches Wesen unterliegt keinen Normalitätsstandards, sondern setzt sich aus vielen verschiedenen Facetten der Persönlichkeit, des Verhaltens und des Erlebens zusammen, aus denen seine Individualität erwächst. Dazu gehören nicht nur sein Erscheinungsbild selbst, sondern auch seine verschiedenen sozialen Hintergründe, Fähigkeiten, Interessen und individuellen Bedarfe. Weil es normal ist, verschieden zu sein, vereint unser humanistisches Menschenbild Anerkennung und Akzeptanz vor der Vielfalt des Lebens im gleichberechtigten Miteinander.

 

Auf der Grundlage einer an dem Normalitätsprinzip ausgerichteten Lebensweise und der Orientierung an den Stärken von Menschen mit Behinderung, ist es unser Ziel, diese zu einem Leben in größtmöglicher Eigenverantwortung, Selbständigkeit und Selbstbestimmung zu befähigen. In diesem Zusammenhang ist es unser Anliegen, ihre Position als aktive Handlungsakteure in ihrer Umwelt zu stärken und Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung zu schaffen.

 

Unser Ziel ist eine uneingeschränkte Akzeptanz von Menschen mit Behinderung in der Gemeinschaft und die Schaffung inklusiver Lebensbedingungen in unserer Region. In diesem Zusammenhang setzen wir uns für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf allen Ebenen des gesellschaftlichen und politischen Lebens ein. 

 

Unser Team will dazu beitragen, bestehende Barrieren zwischen Menschen mit und ohne Behinderung abzubauen und Brücken zu schlagen, um sich unbefangen zu begegnen und gemeinsam das Leben zu leben. 

 

 

3.         Was tun wir?

 

 

Wir geben durch die besondere Vielseitigkeit unserer Arbeitsangebote in den Werkstätten den Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten, am Arbeitsleben teilzunehmen. Auch außerhalb der Werkstätten können wir verschiedene Arbeitsplätze anbieten. Dies ist für uns ein wichtiger Schritt zur umfassenden Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Zusätzlich werden begleitende Maßnahmen durchgeführt, welche die Balance zwischen Arbeit und Persönlichkeitsbildung halten sollen.

 

Vor diesem Hintergrund entwickelt der Berufsbildungsbereich arbeitsspezifische und lebenspraktische Fertigkeiten sowie soziale Kompetenzen und bereitet somit auf das Arbeitsleben vor.

 

In unserer Fördergruppe werden schwerst- und mehrfach behinderte Menschen durch tagesstrukturierende und basale Angebote individuell gefördert.

 

Innerhalb des Wohnverbundes halten wir ein differenziertes Wohnangebot für Menschen mit Behinderung bereit. Orientiert an den individuellen Bedürfnissen und Wünschen beraten und begleiten wir Menschen mit Behinderung bei ihrer ganz persönlichen Lebensgestaltung und erbringen personenzentrierte Unterstützungsleistungen. Nach unserem Selbstverständnis zählt hierzu auch die würde- und respektvolle palliative Begleitung in der letzten Phase des Lebens.

 

Die Tagesförderung für Senioren bietet älter gewordenen Menschen im Rentenalter die Möglichkeit, in der Begegnung mit anderen Menschen ihren Alltag abwechslungsreich und sinnstiftend zu gestalten. Lebenspraktische, kulturelle sowie kreative Angebote dienen dabei der Aktivierung und dem Erhalt von Kompetenzen bzw. Vitalität  und bringen Spaß und Lebensfreude.  

 

 

Der Bereich der Ambulanten Dienste stellt sich mit seinem Team allen Klienten, die einer ambulanten Unterstützung bedürfen. Wir ermöglichen ihnen ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend.

 

Im Familienentlastenden Dienst schaffen wir gleichzeitig Freiräume für pflegende Angehörige und schaffen mit ihnen Voraussetzungen, die es Menschen mit Beeinträchtigungen ermöglichen, solange wie möglich, in der von ihnen bevorzugten Umgebung leben zu können.

 

Die Begleitete Elternschaft umfasst die multiprofessionelle Unterstützung, die Kinder, Jugendliche und ihre Eltern benötigen, um auf Dauer eine gemeinsame Lebensperspektive als Familie zu haben.

 

 

 

Die integrative Kindertagesstätte „Regenbogen“ ist ein Bildungsort für Kinder, an dem sie entsprechend ihrer Wünsche, Fähigkeiten und Interessen spielen und lernen können.            Die Umsetzung der Rechte der Kinder steht dabei im Mittelpunkt. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Partizipation, um Kindern die Möglichkeit zu geben, eigenwirksame Akteure ihrer Entwicklung zu sein.

 

Durch gruppenübergreifende Angebote, tiergestützte Interventionen sowie regelmäßige Reflexionsrunden zur Erfassung kindlicher Bedürfnisse, schaffen wir entsprechende Rahmenbedingungen für eine gelingende Inklusion.

 

Wir tragen dafür Sorge, dass alle Beteiligten die dafür notwendigen Entwicklungs- und Erfahrungsräume zur Verfügung gestellt bekommen.

 

 

 

In unserem integrativen Hort gehören dabei zusätzliche Angebote zum Ausgleich des Schulalltags. Kinder finden dadurch die nötige Balance ihres Wohlbefindens. Neben Entspannungsangeboten bieten wir den Kindern Aktivitäten die ihren Aktionsradius erweitern.

 

 

 

Unsere heilpädagogische Frühförder- und Beratungsstelle stellt sich in enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen, Therapeuten sowie Kindereinrichtungen der Aufgabe, behinderte und von Behinderung bedrohte Kinder ebenfalls im Alter von Null Jahren bis zum Schuleintritt ganzheitlich in ihrer Entwicklung zu fördern.

 

Das Personal der Verwaltung stellt sich in den Dienst der unterstützten Menschen, um die finanziellen Mittel auf der Basis von Gesetzesvorgaben und betriebswirtschaftlicher Grundsätze im Sinne der Förder- und Unterstützungsaufgaben effizient und zukunftsorientiert einzusetzen.

 

Dies bedeutet gleichfalls, sich sozialpolitischen Forderungen zu stellen und im Sinne des Inklusionsgedankens, also einer uneingeschränkten Zugehörigkeit zur Gesellschaft,  Leistungsangebote zu erweitern, damit dem individuellen Bedarf und dem Selbstbestimmungsrecht entsprochen werden kann.

 

Mit Herzlichkeit und Menschlichkeit bieten wir jedem Einzelnen Raum, sich frei zu entfalten, sich auszuprobieren, Schwächen zu akzeptieren, Stärken zu nutzen und Identität zu entwickeln. 

 

 

4.         Wie arbeiten wir?

 

 

Der Mensch ist ein aktiver Empfänger von Angeboten und Umfeldeinflüssen und selbständiger Gestalter seiner Umwelt. Aus diesem Grund sehen wir den Menschen mit Behinderung als gleichwertigen Partner, dessen Leistungen in den verschiedenen Lebensbereichen Wertschätzung finden und dessen Bedürfnisse und Wünsche für Entscheidungsprozesse sowie die Ausrichtung von Leistungsangeboten maßgeblich sind. Durch die Übertragung von Verantwortung und die Schaffung von Mitwirkungs- und Selbstbestimmungsmöglichkeiten sowie psychologischer Unterstützung in unseren verschiedenen Leistungsbereichen, gewinnt der Mensch mit Behinderung zunehmend mehr Vertrauen in seine eigenen Stärken und lernt somit, eigenverantwortlich zu handeln.

 

Dabei sind der Werkstattrat, die Frauenbeauftragte sowie der Bewohnerbeirat als Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung als Bindeglied zwischen Beschäftigten/ Bewohnern und Werkstattleitung/ Wohnverbundleitung von besonderer Bedeutung. Die Mitglieder dieser Gremien wirken zum einen bei Maßnahmen des Wohn- bzw. Werkstattbetriebes mit und sind ebenfalls wichtige Ansprechpartner für Anregungen oder Kritik. Damit wenden wir uns gegen Bevormundung und legen vor allem in der Arbeit mit erwachsenen Menschen mit Behinderung auf die uneingeschränkte Anerkennung des Erwachsenenstatus und einem dementsprechenden Umgang wert.

 

Unser Personal begreift sich in seiner Arbeit als Assistent, welcher Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Wir holen die Menschen in ihrer Entwicklung da ab, wo sie stehen, um sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiterzuführen. In der Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung, Eltern, Angehörigen oder gesetzlichen Betreuern stehen wir in einem respektvollen, partnerschaftlichen Verhältnis und bieten ihnen unsere Unterstützung und Hilfestellung an. Um dieses Selbstverständnis im Umgang miteinander zu erhalten, ist für uns qualifiziertes Personal von besonderer Bedeutung, weshalb regelmäßig Fort- und Weiterbildungen durchgeführt werden.

 

Dazu gehört ebenso die Pflege einer positiven Unternehmenskultur, da zum Erreichen unserer Ziele und zur Bewältigung täglicher Aufgaben nicht nur qualifiziertes, sondern insbesondere motiviertes Personal nötig ist. Nur ein vertrauensvolles und wertschätzendes Miteinander aller Beteiligten bewirkt ein förderliches Betriebsklima. Dies bedeutet eine kontinuierliche Teamarbeit, welche durch Ehrlichkeit, Mitsprache und Transparenz von Entscheidungen geprägt ist. Dabei werden gemeinsam getroffene Absprachen von allen Beteiligten getragen. Grundlegend für unsere teamorientierte Zusammenarbeit sind Anerkennung, konstruktive Kritik sowie Selbstkritik.

 

Neben unseren personellen Ressourcen setzen wir auch auf den Einsatz von verschiedenen Tieren. Diese werden zum einen begleitend für die Persönlichkeitsförderung eingesetzt und zum anderen als Co-Pädagogen in der tiergestützten Intervention.

 

Darüber hinaus legen wir ebenfalls in der Zusammenarbeit mit externen Auftraggebern und Kunden auf Transparenz unserer Leistungsangebote wert und bieten ihnen zuverlässig unsere Dienstleistungen an, wobei uns ihre Zufriedenheit wichtig ist.

 

Unseren Kunden Termintreue und einen hohen Qualitätsstandard zu bieten und gleichzeitig Bildung und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, stehen dabei für uns nicht im Widerspruch.

 

 

 

 

 

Bernburg, April 2018